Profil


1. Grundsätzliches

Die Schülerinnen und Schüler der Orientierungsschule befinden sich im Uebergang

  • von der Kindheit zum Erwachsenenalter
  • von der Familie zu weiteren ausserfamiliären Beziehungsfeldern
  • von der obligatorischen Schulzeit zu nachobligatorischen Ausbildungen und Tätigkeiten

Körperliche Entwicklung, Wechsel der Stimmungslagen und Suche nach der eigenen Identität prägen diesen, die Pubertät einschliessenden, Altersabschnitt.

Auf dem Weg der Persönlichkeitsbildung und der Gemeinschaftserziehung setzt die Orientierungsschule den Bildungsauftrag der Primarschule fort und fördert die Qualifikationen Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz, insbesondere

  • Den Erwerb eines soliden Grundwissens und grundlegender Fertigkeiten
    Voraussetzungen dafür ist der Einsatz effizienter Arbeitstechniken und Lernstrategien.
  • Die Bereitschaft und die Fähigkeit eigenständig und verantwortungsbewusst zu handeln
    Die Jugendlichen befinden sich auf dem Weg zur Selbständigkeit. Sie lösen sich allmählich von den Eltern und anderen Bezugspersonen und suchen ihre eigenen Wege. Dabei werden sie schrittweise eigenständig und übernehmen mehr Verantwortung für sich und die Gemeinschaft.
  • Die Bereitschaft und die Fähigkeit zusammenzuarbeiten und aufeinander Rücksicht zu nehmen
    Jugendliche erfahren in der Schule vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Sie lernen dabei, die anderen in ihrer Eigenart anzunehmen und einander mit Toleranz und Verständnis zu begegnen.
  • Die Bereitschaft und die Fähigkeit, Konflikte fair auszutragen
    Meinungsverschiedenheiten, Spannungen und Vorurteile führen oft zu Konflikten. In der Schule lernen die Jugendlichen, sich damit sachlich und tolerant auseinanderzusetzen.
  • Die Bereitschaft, gesund zu leben
    Die Jugendlichen werden sich der Bedingungen bewusst, die das persönliche Wohlbefinden ausmachen. Auf ihrem Weg zu einer sinnvollen Lebensweise erkennen sie positive Lebensstile und gesundheitfördernde Verhaltensweisen, aber auch Suchtgefahren und Formen von Abhängigkeiten.

Die Orientierungsschule leistet auch Hilfe bei der Berufs- und Studienwahl.

 

2. Strukturen

Um den diversen Zielen und Bedürfnissen besser entsprechen zu können, führt die Orientierungsschule verschiedene Abteilungen:

  • Die Werkklassen erfüllen nach individuellen Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler Teile des Grundprogrammes und bereiten sie auf den Eintritt in eine Berufs-Anlehre oder Berufslehre vor.
  • Die Realklassen erfüllen die Grundanforderungen nach dem Lehrplan der Orientierungsschule und bereiten die Schülerinnen und Schüler auf den Eintritt in eine Berufslehre vor.
  • Die Allgemeinen Sekundarklassen stellen erhöhte Anforderungen im Rahmen des Lehrplanes der Orientierungsschule und bereiten die Schülerinnen und Schüler auf den Eintritt in eine Berufslehre, auf den Zugang zur Berufsmaturität oder auf den Eintritt in eine Mittelschule vor.
  • Die Sekundarklassen A Anforderungen fassen jene Schülerinnen und Schüler zusammen, die einem anspruchsvollerem Sekundarprogramm folgen können. Sie bereiten auf den Eintritt in eine Mittelschule, auf den Zugang zur Berufsmaturität oder auf den Uebertritt in eine Berufslehre vor.

Die Durchlässigkeit ermöglicht den Wechsel der Abteilung. Ein Wechsel ist dann sinnvoll, wenn die erbrachte Leistung einer Schülerin, eines Schülers, nicht mehr mit den Leistungsanforderungen einer Abteilung übereinstimmt.

Durchlässigkeit ermöglicht einen solchen Wechsel in beiden Richtungen, mit oder ohne Verlust eines Schuljahres.

 

3. Anforderungsprofile

Die folgenden Anforderungsprofile sind nicht als absolut zu verstehen. Sie sind jeweils für Schülerinnen und Schüler in Abteilungen mit höheren Anforderungen kumulativ.

3.1. Anforderungen an die Schülerin, an den Schüler der WERKKLASSE

Die Schülerin, der Schüler

  • besitzt in den Kulturtechniken, Ausdrucks- und Handlungsformen, die in der Primarschule vermittelt werden (Lesen, Schreiben, Rechnen, Darstellen, Werken, Singen, Bewegen) elementare Fertigkeiten und kann sie im Alltag anwenden
  • vermag unter individueller Förderung und Anleitung gute Lernergebnisse zu erbringen und Probleme des Alltags sachgerecht zu lösen
  • ist an Fragen und Aufgaben des täglichen Lebens und der Klassengemeinschaft interessiert
  • beteiligt sich an Aktivitäten und Entscheiden der Klassengemeinschaft
  • ist bereit, individuell und im Rahmen von Gruppenarbeit Aufträge zu übernehmen.
     

3.2. Anforderungen an die Schülerin, an den Schüler der REALKLASSE

Die Schülerin, der Schüler

  • erbringt genügende bis gute Leistungen, vor allem wenn eine individualisierende Unterrichtsform sie bzw. ihn unterstützt
  • kann einfachere Texte selbständig lesen und versteht den Inhalt
  • eignet sich Wissen gut an, wenn der konkrete Zusammenhang rasch ersichtlich ist
  • kann sich in Alltagssituationen mündlich und schriftlich verständlich ausdrücken
  • übernimmt Verantwortung für klar umschriebene Bereiche
  • kann mit einsichtigen Lösungshilfen neue Probleme lösen
  • kann Wissen reproduzieren und in Alltagssituationen anwenden.
  • löst angemessene Hausaufgaben selbständig und gewissenhaft
  • erreicht in den Fächern Deutsch, Mathematik, Französisch und Realien durchschnittlich genügende Leistungen.
     

3.3. Anforderungen an die Schülerin, an den Schüler der ALLGEMEINEN SEKUNDARKLASSE

Die Schülerin, der Schüler

  • drückt sich sprachlich verständlich und mit einer gewissen Gewandtheit aus und verfügt damit über ausreichende sprachliche Fähigkeiten als Grundlage für alle anderen Fächer.
  • kann logische Sachverhalte schnell nachvollziehen und sie sauber und korrekt darstellen.
  • ist in der Primarschule durchschnittlich gefordert und verfügt noch über Leistungsreserven.
  • arbeitet nicht nur reproduktiv, sondern kann auch selbständig eigene Lösungswege beschreiten.
  • beteiligt sich aktiv am Unterricht, zeigt ein gesundes Leistungsstreben und gibt bei vorübergehenden Schwierigkeiten (z.B. ansteigendes Arbeitstempo) nicht sofort auf
  • kann zuverlässig, sorgfältig und mit Freude eine Aufgabe lösen, ohne sich leicht ablenken zu lassen
  • löst angemessene Hausaufgaben selbständig und gewissenhaft
  • erreicht in den Fächern Deutsch, Mathematik, Französisch und Realien durchschnittlich gute Leistungen.
     

3.4. Anforderungen an die Schülerin, an den Schüler der SEKUNDARKLASSE A

Die Schülerin, der Schüler

  • drückt sich sprachlich klar, leicht und situationsgerecht aus
  • sieht bei komplexen und umfassenden Sachverhalten das Wesentliche und erkennt bei der Betrachtung verschiedener Dinge rasch Gemeinsamkeiten, Regeln und Zusammenhänge
  • hat eine kreative Phantasie, ein gutes Gedächtnis und ein hohes Konzentrationsvermögen
  • passt sich rasch an eine neue Umgebung sowie an höhere Anforderungen an
  • ist bereit, sich mit Ausdauer auch mit Lerninhalten auseinanderzusetzen, deren Tragweite (Sinn und Zweck) zunächst noch nicht einsichtig ist
  • besitzt ein überdurchschnittliches Mass an Selbständigkeit im Erarbeiten und Einordnen von neuem Stoff, aber auch im Erledigen von Arbeitsaufträgen und Hausaufgaben
  • verkraftet längerdauernde Leistungsansprüche gut und lässt sich durch Hindernisse und Rückschläge nicht dauerhaft entmutigen
  • erreicht in den Fächern Deutsch, Mathematik, Französisch und Realien überdurchschnittlich gute Leistungen.

 

4. Checkliste zum Anforderungsprofil A-SchülerIn (für Eltern und Lehrpersonen)

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